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Ausbildung im Wandel

  • Situationsbeschreibung

    Die Arbeit von Ausbilderinnen und Ausbildern wurde schon immer durch äußere Einflüsse verändert. Sie haben dies in den letzten Jahren vermutlich auch wahrgenommen. Zu den stärksten Einflussfaktoren der letzten Jahre gehören die abnehmenden Bewerberzahlen bedingt durch den demografischen Wandel, aber auch eine Veränderung bei den Auszubildenden selbst, die deutlich verschiedener sind, als sie es vielleicht früher waren. Jeder Auszubildende muss in seinem Lern- und Arbeitsverhalten als Individuum betrachtet werden.

    All diese Punkte betreffen Sie als Ausbilderinnen und Ausbilder, da Sie Ihre Rolle an die veränderten Bedingungen anpassen müssen.

    Neben den beiden genannten Punkte gibt es noch eine dritte Entwicklung, die nicht nur unseren Ausbildungsalltag sondern unser Leben generell stark beeinflusst hat: die Digitalisierung. Kaum eine Entwicklung beeinflusst unser Privat- aber auch unser Berufsleben in so vielfältiger Form.

  • Wie verändert die Digitalisierung meine Rolle als AusbilderIn?

    Auch Ausbilderinnen und Ausbilder können sich diesem Wandel nicht entziehen. Die Digitalisierung betrifft sie dabei auf den verschiedensten Ebenen, in unterschiedlicher Stärke und vor allem in positiven und negativen Zusammenhängen. So ist z.B. das digitale Berichtsheft eine Entwicklung, die gerne angenommen wird und die eine Erleichterung der Ausbildungsarbeit mit sich bringt. Smartphones am Arbeitsplatz hingegen, werden von vielen Ausbildern als Ärgernis wahrgenommen.

    Manche Ausbilderinnen und Ausbilder stellen sich diesen Entwicklungen völlig entgegen und blenden diese aus. Dieses Vorgehen, oder auch ein vollständiges Verbot digitaler Medien am Arbeitsplatz ist nicht zielführend und langfristig auch nicht haltbar.

    Ein Wandel Ihrer Rolle wird so oder so eintreten. Sie können aber bestimmen, wo Sie in diesem Wandel stehen. Eine vollständige Ablehnung wird Sie in Ihrer Rolle als Ausbilder lediglich von der Realität Ihrer Auszubildenden entfernen. Denn Ihre Auszubildenden leben und lernen längst digital, bzw. mit digitalen Hilfsmitteln.

    Diesem veränderten Lernen muss auch ein Wandel Ihrer Lehrmethoden einhergehen. Mit Sicherheit haben Sie selbst auch schon eine Veränderung in der eigenen Arbeit gespürt. Arbeitsprozesse sind vielleicht schneller geworden oder sind sogar weggefallen? Sie arbeiten mit neuen Programmen, neuen Maschinen oder eine Maschine hat Teile Ihrer Arbeit übernommen und Sie betätigen jetzt nur noch die Maschine. Diese Veränderungsprozesse werden in Zukunft zunehmen und Sie und Ihre Auszubildenden bzw. Ihre zukünftigen Mitarbeiter müssen lernen, sich selbstständig an neue Begebenheiten anzupassen.

    Genau hier setzt auch der Wandel Ihrer Rolle als AusbilderIn an. Vorführen und nachmachen ist nicht mehr die Art des Lernens, die Auszubildende auf die Arbeitswelt vorbereitet. Vielmehr müssen Sie zum Lernbegleiter werden, der zum selbstständigen Lernen anleitet. Nur so können die Auszubildenden als Fachkräfte von morgen mit der immer schneller werdenden (technologischen) Entwicklung in der Arbeitswelt mithalten. Sie als Ausbildungsverantwortlicher werden also Veränderungen in der Ausbildungsarbeit vornehmen bzw. steuern müssen und Sie werden vor allem Kompromisse machen müssen.

  • Wie gehe ich mit diesen Veränderungen um (wenn ich nicht mit digitalen Medien aufgewachsen bin?)

    Wie können Sie diese Anpassungen nun am besten umsetzen, insbesondere als nicht „digital native“. So werden heute junge Menschen genannt, die mit dem Internet und dem Smartphone aufgewachsen sind und die ein Leben ohne digitale Medien nicht mehr kennen.

    Wichtig ist zunächst, dass Sie nicht von sich selbst erwarten, der Experte in diesem Bereich zu sein. Das ist auch einer der Vorteile, der durch Ihre Rollenentwicklung hin zum Lernbegleiter einhergeht. Sie müssen, bzw. sie sollen ja nun nicht mehr alles vormachen. Setzen Sie daher auf die Kompetenzen der Auszubildenden und passen Sie ggf. Ihre Aufgabenstellungen an.

    Wenn Sie z.B. in der Vergangenheit einen Geschäftsvorgang erklärt haben oder erläutert haben, wie ein bestimmtes Bauteil zusammengesetzt wird und dann Übungsaufgaben gestellt haben, können Sie nun einfach das Ergebnis vorgeben. Den Weg zum Ergebnis sollen die Auszubildenden dann selbst finden, während Sie begleitend zu Seite stehen. Dass Sie Ihre Lehrmethoden umstellen, muss auch nicht zwangsläufig heißen, dass Sie selbst nun nur noch mit digitalen Medien Ihre Inhalte vermitteln. Digitale Medien können hier sicherlich unterstützen, achten Sie aber darauf, dass Sie nur die Hilfsmittel in Anspruch nehmen, mit denen Sie sich wohl fühlen.

    Wie Sie digitale Medien sinnvoll in die Ausbildung integrieren können, erfahren Sie im Baustein „Einsatz von digitalen Medien in der Ausbildung“.

  • Welche Chancen bietet mir die Digitalisierung?

    Die dabei entstehenden Chancen sind vielfältig, insbesondere was die Ausbildungsarbeit angeht. Für Ausbilderinnen und Ausbilder liegt die größte Chance in einer Zeitersparnis, die z.B. mehr Raum für die individuelle Betreuung und die Stärkung der personellen Kompetenzen ermöglicht.

    Sie bietet aber auch einen Vorteil für die Individualität der Auszubildenden, indem sie Lerninhalte orts- und personenungebunden zur Verfügung stellt. Eine einfache Lehrunterweisung zum Beispiel können Sie auf Video festhalten. Ein solches Format ermöglicht es jedem, das Video noch ein zweites oder drittes Mal zu wiederholen, ohne dass Sie als Ausbilder direkt mit einbezogen werden. So können Auszubildende in der für sich passenden Geschwindigkeit lernen.

    Sie haben aber auch die Möglichkeit Ihre Auszubildenden selbst einen Lehrfilm erstellen zu lassen. Dadurch fördern Sie das selbstständige Arbeiten, die Kreativität, die Kommunikation unter einander und helfen den Auszubildenden sich selbstständig und spielerisch mit Lehrinhalten auseinanderzusetzen. Das Ergebnis, in einem Video festgehalten, können Sie nachher in Ruhe kontrollieren und Verbesserungen einbringen.

    Hier wird beides deutlich. Zum einen die Veränderung Ihrer Rolle vom „Vormacher“ zum Lernbegleiter, aber auch der zeitliche Vorteil, den Ihnen digitale Medien in Ihrer Ausbildungsarbeit bringen können.

  • Welche Unterstützungs- und oder Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

    Beim Wandel der Ausbildung durch die Digitalisierung stehen Sie nicht alleine da. Wenn Sie auf der Suche nach Projekten und Erfahrungen anderer Unternehmen sind, wenden Sie sich an Ihre zuständige Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer. Dort hilft man Ihnen gerne weiter. Unter Umständen bietet Ihre IHK oder HWK bereits Workshops zu diesem Thema an.

    Ihre zuständige IHK finden Sie hier.

    Ihre zuständige HWK finden Sie hier.

    Mittlerweile gibt es auch weitere Möglichkeiten, sich speziell in diesem Bereich weiterbilden zu lassen. Hierbei handelt es sich jedoch meist um kostenpflichtige Angebote. So bietet zum Beispiel der Management Circle die Weiterbildung zum „Leiter betriebliche Ausbildung 4.0“ an. Weitere Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie auch unter: www.wis.ihk.de

    Eine gute Übersicht der bundesweiten Projekte finden Sie in der Veröffentlichung „Ausbildung im digitalen Wandel - Strategien für kleine und mittlere Unternehmen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

    Wer sich darüber hinaus zu diesem Thema informieren möchte, kann auch auf einen spezialisierte kostenfreien Podcast zum Thema Ausbilder 4.0 zurückgreifen: https://ausbilder-vier-punkt-null.podigee.io/

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