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Ausbildung 4.0

  • Was versteht man unter Ausbildung 4.0?

    Mit „Ausbildung 4.0“ ist im Kern die zunehmende Digitalisierung von Produktionsprozessen gemeint, die auch vor der Berufsausbildung nicht haltmacht. Die Bandbreite reicht vom E-Commerce im Handel bis zum Einsatz von Drohnen und autonom fahrenden Erntemaschinen in der Landwirtschaft. Zahnersatz kommt aus dem 3-D-Drucker, Handwerker installieren „smarte“ Haustechnik usw.

    Der Begriff „Ausbildung 4.0“ orientiert sich am Vorbild der „Industrie 4.0“. „4.0“ steht hier für eine „vierte industrielle Revolution“ – nach den früheren Umwälzungen in der globalen Wirtschaftsgeschichte durch Dampfkraft, Fließbandarbeit und IT. Wenn man so will, wird die „dritte industrielle Revolution“, die bereits eine digitale war, im Rahmen der Industrie 4.0 fortgesetzt. Ein wichtiges Schlagwort in diesem Zusammenhang ist etwa das „Internet der Dinge“, bekannt vor allem in Form der englischen Abkürzung IoT für „Internet of Things“.

  • Welche Branchen sind von einer Ausbildung 4.0 betroffen?

    Ein wesentliches Merkmal der Digitalisierung ist, dass sie so gut wie alle Lebensbereiche betrifft. Wer ist heutzutage noch ohne Smartphone mit Internetzugang unterwegs? Wer hat noch nie Waren online bestellt? Wer fährt noch ohne Navigationsgerät? Diese Liste ließe sich endlos verlängern. Sowohl im Privaten wie im Beruflichen ist eine Welt ohne digitale Kompetenzen nicht mehr vorstellbar. Sämtliche Branchen sind von diesem Prozess betroffen, manche mehr, manche weniger. Neue Berufsbilder sind entstanden – etwa Kaufleute im E-Commerce – und werden künftig entstehen.

  • Warum ist die Ausbildung 4.0 so wichtig?

    Es liegt auf der Hand, dass eine Industrie 4.0 – wie alle vorherigen „Industrien“ – nur funktionieren kann, wenn sie von Fachkräften weiterentwickelt, bedient und gesteuert wird. Eine erfolgreiche Industrie 4.0 ist demnach vollkommen abhängig von einer Ausbildung 4.0. Diese muss Fähigkeiten und Kenntnisse im digitalen Bereich weiter ausbauen oder teilweise sogar ganz neu vermitteln. Das findet heute bereits in den Schulen statt. Hier erhalten die „Digital Natives“ – also Menschen, die bereits mit Internet und Co. groß geworden sind („Generation Internet“) – im besten Fall ihre „digitale Kompetenz“, sprich den Umgang mit Hardware, Software usw.

    Immer wieder ist zu lesen, dass damit neben Rechnen, Schreiben und Lesen eine weitere Schlüsselkompetenz hinzugekommen sei. Daran lässt sich die enorme Bedeutung von Bildung im digitalen Bereich ablesen. Auf dem in den Schulen vermittelten Basiswissen, das bei jedem Menschen unter anderem aufgrund seiner Neigungen und Fähigkeiten unterschiedlich ausgeprägt sein kann, baut die Ausbildung 4.0 auf. Darin unterscheidet sie sich kaum von ihrer „traditionellen“ Vorgängerin.

  • Wie gehe ich als Ausbilder/-in damit um?

    Eine „Ausbildung 4.0“ braucht „Ausbilder/-innen 4.0“. Das wiederum ist nur mit gezielter Weiterbildung zu erreichen, sei es innerhalb des Unternehmens oder durch externe Angebote. Es gilt, grundsätzlich offen gegenüber neuen Inhalten zu sein, die das Arbeitsleben ja in vielen Fällen erleichtern. Ausbilder/-innen sollten die „angeborenen“ Fähigkeiten ihrer „Digital Natives“ als Chance begreifen. Sie sollten ihnen die Möglichkeit bieten, ihre digitalen Kompetenzen im Ausbildungsalltag einbringen zu können – auch wenn sie dem Ausbilder oder der Ausbilderin damit vielleicht manchmal einen Schritt voraus sind. Gar nicht hoch genug einzuschätzen ist dabei die menschliche Komponente. Sich auf die immer schnelleren Veränderungen einzustellen und sich daran anzupassen, sind Fähigkeiten, die immer wichtiger werden – und gelernt werden müssen. Das gilt auch für weitere Soft Skills wie Teamarbeit und Selbstorganisation.

  • Wie geht es mit der Ausbildung (voraussichtlich) weiter?

    Ob, wann und wie die Industrie 4.0 von einer „Industrie 5.0“ abgelöst wird – und es dann einer „Ausbildung 5.0“ bedarf –, ist noch offen. Allerdings gibt es die Auffassung, dass wir aufgrund der verstärkten Einbindung von künstlicher Intelligenz (KI) bereits an der Schwelle zu „5.0“ stehen. Zumindest in der Praxis steht diese Frage derzeit allerdings noch im Hintergrund, da die Akteure aus Wirtschaft und Bildung vollauf damit beschäftigt sind, das derzeitige Zukunftsprojekt von Industrie 4.0 bzw. Ausbildung 4.0 zu meistern. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung ist aber eines gewiss: Das viel zitierte „lebenslange Lernen“ wird Auszubildende, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Unternehmen tatsächlich dauerhaft begleiten.

  • Hier erhalte ich weitere Informationen zur Ausbildung 4.0

    • Das Projekt „Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0!“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Nachwuchsfachkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder beim Wandel der Arbeitswelt und insbesondere bei der Ausbildung im Zeitalter von Industrie 4.0. Ziel ist es, neue Ansätze, Methoden und Anpassungspotenziale zu finden. Die Ergebnisse fließen in Beratungsinstrumente ein, die den KMU in der Region zugutekommen. Unternehmer/-innen, Ausbilder/-innen sowie andere Ausbildungsbeteiligte sind herzlich eingeladen, mit dem Projektbüro in Kontakt zu treten. Das Projekt ist zwar regional auf die Wirtschaftsregion Köln begrenzt, vergleichbare Angebote finden sich aber in vielen weiteren Regionen und Kammerbezirken in Deutschland.
    • Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) setzt einen Schwerpunkt auf die Untersuchung des technologischen Fortschritts und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Berufsbildung. Die Entwicklung beruflicher Kompetenzen von Auszubildenden sowie die Entwicklung von Qualifikationen werden analysiert. Auf der Website des BIBB findet sich im Themenbereich „Technologie, Digitalisierung und Qualifikation“ viele hilfreiche Informationen.
    • Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) widmet sich auf seiner Website ebenfalls dem Thema Berufsbildung 4.0.
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