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Zusammenarbeit mit Berufsschulen

  • Warum ist die Kooperation mit der Berufsschule sinnvoll und wichtig?

    Der Berufsschulbesuch hat für die Ausbildung einen hohen Stellenwert - und eine gute Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule ist sinnvoll und wichtig.

    Aus einem Ausbildungsvertrag ergeben sich Rechte und Pflichten, sowohl für die Auszubildenden als auch für das Unternehmen. Die Hauptpflicht der Azubis besteht in ihrer Lernpflicht, die des Ausbildungsbetriebs darin, alles dafür zu tun, dass Auszubildende ihre Ausbildungsziele erreichen. Um diese Hauptpflichten zu erfüllen, gibt es in Deutschland das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung, bei der Ausbildungsinhalte sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule vermittelt werden. Im dualen System gehören die beiden Lernorte Betrieb und Berufsschule untrennbar zusammen.

    Ohne Berufsschulbesuch wird es schwierig, das Ausbildungsziel zu erreichen, da die Lerninhalte der Berufsschule mit den sonstigen Ausbildungsinhalten abgestimmt sind und am Ende der Ausbildungszeit die schriftliche Prüfung abgelegt werden muss.

    In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass Auszubildende die Berufsschule nicht besuchen möchten und „schwänzen" oder dass Ausbildende ihre Azubis vom Berufsschulbesuch abhalten. Die Folgen sind stets dieselben: Das Ausbildungsziel wird häufig nicht erreicht und sowohl Unternehmen als auch Azubis handeln vertragswidrig, da die gegenseitigen Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis nicht erfüllt werden.

    Bei häufigem unentschuldigten Fehlen kann die Berufsschule Azubis von der Schule verweisen. Z. B. in NRW § 53 Abs. 3 S. 1 Nrn. 1 bis 7 SchulG NRW,oder Baden-Württemberg § 90 Abs. 3 SchulG BW sind die schulischen Maßnahmen beginnend mit dem schriftlichen Verweis und endend mit der Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes, abgestuft in der Reihenfolge ihrer Belastung für den Schüler aufgeführt. Damit findet dann die Ausbildung im dualen System ein abruptes und vorzeitiges Ende. Die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs aus diesen Gründen sollte jedoch unbedingt vermieden werden.

  • Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit der Berufsschule?

    • Ausbilder/-in und Lehrer/-in pflegen einen inhaltlichen Austausch, um die Abstimmung der Lernziele und -inhalte zu verbessern. Dies kann das oft geäußerte Argument der Azubis entkräften, der Stoff sei schon am anderen Ort durchgenommen worden.
    • Der Austausch zwischen Lehrer/-in und Ausbilder/-in über den Lernfortschritt des Auszubildenden differenziert den Blick auf diesen auf beiden Seiten. Dies kann die Arbeit der Ausbildenden und Lehrenden an beiden Lernorten erleichtern und den Lernfortschritt befördern.
    • Durch die Verständigung über Motivationsprobleme des Azubis können gemeinsam Ideen entwickelt werden, die Ausbildung an beiden Orten attraktiver zu gestalten.
    • Gibt es Probleme (z.B. ein Motivationstief oder mangelnde Anpassungsfähigkeit, die oftmals auch zu Konflikten, Fehlzeiten u.a. führen) des Azubis mit dem Ausbilder/Betrieb, oder des Azubis mit der Berufsschule/dem Lehrenden, dann kann ein regelmäßiger Austausch darüber hilfreich sein, um Konflikte im jeweiligen Bereich kooperativ zu lösen. Dabei kann der Ausbilder oder die Lehrkraft als Vermittler/-in auftreten.
    • Es ist immer wieder erstaunlich, festzustellen, wie unterschiedlich die Sichtweise auf den Azubi und das Verhalten des Azubis im jeweiligen Lernort sind. Der Austausch darüber fördert ein differenzierteres Bild über den Azubi und kann für beide Seiten produktiv bei der Rückmeldung gegenüber dem Azubi im Lernprozess genutzt werden.
  • Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt es?

    Die Berufsschulen sind sehr daran interessiert, mit den Ausbildungsbetrieben regelmäßig in Kontakt zu treten. Dadurch können Probleme bereits frühzeitig an der Wurzel angegangen und Missverständnisse sehr schnell aus der Welt geschafft werden.

  • Wie kann eine gute Kooperation mit der Berufsschule gelingen?

    • Pflegen Sie regelmäßig Kontakt mit der Berufsschule, insbesondere der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer Ihres Azubis.
    • Nutzen Sie hierzu die Sprechtage, „offene Türen“ und Ausbildertage der Berufsschulen beziehungsweise suchen Sie gezielt den Kontakt mit der Leitung auf Klassen- und Fachbereichsebene.
    • Lassen Sie sich zu Ausbildungsbeginn und dann in regelmäßigen Abständen die Klassenarbeiten Ihrer Azubis vorlegen. Zeigen sich Schwächen, kann beispielsweise durch gezielte Nachhilfe rechtzeitig geholfen werden (z.B. "Ausbildungsbegleitende Hilfen abH").
    • Sprechen Sie bereits zu Ausbildungsbeginn mit Ihren Auszubildenden über die Rolle der Berufsschule. Erläutern Sie, wie Sie sich die Zusammenarbeit mit der Berufsschule vorstellen. Ermutigen Sie Ihre Azubis, bei schulischen Problemen – gleich welcher Art – das Gespräch mit Ihnen zu suchen.
    • Besuchen Sie Angebote der örtlichen Kammern zum Thema „Schule – Wirtschaft“ oder laden Sie doch einfach Lehrerinnen und Lehrer selbst in Ihr Unternehmen ein. Die gegenseitigen Einblicke stärken die Zusammenarbeit zwischen Ihrem Unternehmen und der Berufsschule.
    • Sie verstehen manche Verhaltensweisen Ihres Azubis im Betrieb nicht? Sprechen Sie auch in einem solchen Falle ruhig einmal mit der Berufsschule, sodass man Dinge gemeinsam angehen kann, damit eine ganzheitliche Unterstützung Ihres Azubis erfolgen kann.
    • In manchen Ausbildungsberufen sind praktische Prüfungen in Betrieben notwendig, um einen direkten Praxisbezug zu gewährleisten. Sprechen Sie mit der Berufsschule beziehungsweise den Kammern, ob die praktischen Prüfungen auch in Ihrem Unternehmen durchgeführt werden können. Langfristig bringt das für alle Beteiligten nur Vorteile.
    • Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich selbst in Prüfungen bei den Kammern zu engagieren? Die Kammern sind stets auf der Suche nach kompetenten Menschen mit Praxisbezug, die sich diesem verantwortungsvollen ehrenamtlichen Engagement stellen. Auch dabei haben Sie vielfältigen Kontakt zur Berufsschule, da die Prüfungskommissionen auch mit Berufsschullehrerinnen und -lehrern besetzt sind.
    • Sprechen Sie Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der für Sie zuständigen Ausbildungsberatung bei den Kammern an und kontaktieren Sie diese bei Fragen und Problemen. Die Ausbildungsberaterinnen und -berater verfügen in der Regel über sehr gute Kontakte zu den beruflichen Schulen und helfen bei Fragen gerne weiter.
  • Hier finde ich Hilfe: Beratungs- und Unterstützungsangebote

    • Ausbildungsberatung der Kammern: http://www.ihk.de
    • Details zu dem Themenbereich „Schule - Wirtschaft“ erhalten Sie z.B. unter http://www.schulewirtschaft.de (Verlinkung auf Programme - Wie Sie die Kooperation mit einer Schule gestalten können)
    • Schauen Sie auch mal auf die Homepage "Ihrer" Berufsschule!
 
 
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