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Negative Gruppendynamik - leistungsstarke Jugendliche

  • Ich fühle mich manchmal provoziert - woran kann das liegen?

    Sie meinen, dass der Umgang, den Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Ihre Auszubildenden miteinander pflegen, zu hart, egoistisch oder sogar feindselig ist? Vielleicht empfinden Sie auch, dass sich die Gruppe gegen Sie als Chef/-in oder Ausbilder/-in stellt?

    Für solche Verhaltensweisen gibt es zwei mögliche Ursachen:
    Wenn sich die Mehrheit der Gruppe geschlossen gegen Sie persönlich oder Ihre Geschäfts- oder Ausbildungsziele stellt, steht dies häufig in direktem Zusammenhang mit Ihrem Führungsstil.

    Es kann aber auch sein, dass sich eine/-r ihrer Azubis zum "Querschläger" entwickelt hat. Dabei macht es keinen Unterschied, wenn es sich dabei um eine/-n leistungsstarke/-n Auszubildende/-n handelt.

    "Störenfriede" zeigen oft ein anmaßendes und provozierendes Verhalten. Das ist allerdings häufig kein Ausdruck tatsächlicher Selbstsicherheit, sondern eher ein Schutzmechanismus, zum Beispiel um von eigenem Verhalten abzulenken. Erschwerend kommt oft hinzu, dass die Kritikfähigkeit solcher Menschen nicht ausgereift ist.

    Negative Gruppendynamik 1

    © snyGGG / Fotolia

  • Wie konnte das passieren, was habe ich übersehen?

    Negative Gruppendynamik 2

    © cirquedesprit / Fotolia

    Zu einem "Querschläger" kann Ihr Azubi werden, wenn er oder sie sich als Mensch übersehen oder nicht wertgeschätzt fühlt. Das kann bei leistungsstarken Auszubildenden der Fall sein, wenn sie sich selbst überschätzen oder anders behandelt werden wollen als der Rest der Gruppe. Sie empfinden Sanktionen als zu hart oder ungerecht oder fühlen sich gedemütigt, weil ihre Leistungen nicht den (zu hohen) Erwartungen entsprechen. Häufig entsteht Unmut über nicht eingehaltene Versprechen, das Gefühl, zu niedrig bezahlt zu werden, oder durch die Nichterfüllung anderer Erwartungen und Ansprüche. Oft fehlt vor allem neuen oder jungen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Mut, ein klärendes Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten zu suchen. Ihre negativen Empfindungen, ihre Enttäuschung oder ihre Wut benötigen dann ein anderes Ventil und führen zu Provokation, Störung oder Nörgelei. Ein "Störenfried" ist geboren.

    Selbstverständlich kann es auch externe Faktoren geben, die bislang zufriedene und unauffällige Azubis zu Querulanten werden lassen. Änderungen in den Familienverhältnissen, im sozialen Umfeld oder geänderte materielle Ansprüche können zu Unzufriedenheit führen. Hat Ihre Auszubildende vielleicht einen neuen Freund, der den bisher geliebten Job schlechtmacht? Muss sich Ihr Azubi plötzlich um Angehörige kümmern und kommt dadurch nicht mehr mit den Arbeitszeiten klar? Reicht das Gehalt nicht mehr, weil durch Umzug, Auto oder Krankheit die Ausgaben gestiegen sind?

    Entpuppt sich Ihr leistungsstarker Azubi als "Querschläger", könnte es sein, dass er oder sie

    • sich in Ihrem Unternehmen oder in seinem Team nicht wohlfühlt und sich selbst nicht integrieren will,
    • von den Kolleginnen und Kollegen aufgrund von Alter, Umgangs- und Ausdrucksformen ungerecht behandelt oder ausgegrenzt wird,
    • lieber entlassen werden würde, als selbst zu kündigen.
    • Bei negativer Gruppendynamik ist es hilfreich, das Team in die Problemlösung einzubeziehen. Wenn Sie ein gutes Vertrauensverhältnis zu Ihrer Gruppe pflegen, werden Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein offenes Feedback geben und ehrlich ihre Vorbehalte und Bedenken mitteilen.
  • Was kann ich tun?

    • Überprüfen Sie die Protokolle der letzten Feedbackgespräche. Haben Sie dort etwas übersehen?
    • Sprechen Sie mit dem "Störenfried", am besten in einer ungezwungenen Atmosphäre. Vermeiden Sie Vorwürfe oder Schuldzuweisungen, sondern schildern Sie die Situation aus Ihrer Sicht und führen Sie konkrete Beispiele an. Machen Sie deutlich, wie es Ihnen damit geht und welche Veränderung Sie in Ihrer Arbeitsbeziehung wünschen. Ermutigen Sie Ihren Gesprächspartner dazu, die Situation aus eigener Perspektive zu schildern.
    • Reaktivieren oder vereinbaren Sie neue Ziele (Zielvereinbarungen). Vereinbaren Sie gleich einen zeitnahen Folgetermin, um über die Fortschritte zu sprechen.
    • Setzen Sie nach Ihrem Einzelgespräch ein Teamgespräch an. Laden Sie gegebenenfalls eine/-n Mediator/-in ein, um zwischen verhärteten Fronten zu vermitteln.
    • Beachten Sie bitte, dass diese Maßnahmen nur eine exemplarische Auswahl darstellt.
  • Was kann ich im Vorfeld tun?

    • Es ist hilfreich, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur Geschäftsziele, sondern auch Team-/Gruppenziele zu vereinbaren. Dies könnten etwa respektvoller Umgang miteinander, Offenheit und Teamgeist sein. Die Planung gemeinsamer Ausflüge, Seminare oder Feiern können die Gruppendynamik positiv beeinflussen.
    • Belegen Sie Seminare zu den Bereichen Motivation, Führung und Umgang mit schwierigen Kollegen, um Ihre Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.
    • Für Sie und Ihre Azubis kann ein (erlebnispädagogisches) Seminar zum Thema "soziale Kompetenz und Teamarbeit" hilfreich sein
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