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Erlebnispädagogik - leistungsstarke Jugendliche

  • Was ist eigentlich Erlebnispädagogik?

    Erlebnispädagogik 1

    © godfather / Fotolia

    Lagerfeuer, Kanufahrten, Bergromantik oder Segeltörns? Ja, das können Elemente der Erlebnispädagogik sein. Aber in ihrem Kern dreht sich bei der Erlebnispädagogik alles um die Persönlichkeitsentwicklung Ihrer Auszubildenden. Themen wie Teamfähigkeit, Ausdauer, Verantwortung, Konfliktbewältigung, Durchhaltevermögen oder Selbsteinschätzung und Selbstbewusstsein, die im Berufsalltag häufig nicht direkt gefördert werden können, stehen im Zentrum der Erlebnispädagogik.

    Die Erlebnispädagogik hat die erlebte Erfahrung im Mittelpunkt des Lernens. Beispielhafte Lernprozesse stellen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen. Die Bearbeitung dieser Aufgaben soll sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und eine Verbesserung ihrer Handlungen im Alltag und in der Gruppe ermöglichen.

    Das klingt sehr theoretisch - was heißt dies in der Praxis? Hierzu ein kleines Gedankenexperiment: Hoch in einer Felswand hängend suchen Sie nach einem sicheren Halt. Der Wind peitscht um Ihre Ohren, alle Griffe und Tritte wirken wenig vertrauenserweckend, den sichernden Kollegen oder die Kollegin am anderen Seilende kennen Sie kaum. Ihr Kopf weiß, dass Ihnen nichts passieren kann – aber Ihr Bauch spricht eine andere Sprache… Was machen Sie? Eine Situation zwischen Selbstbewusstsein und Angst, Vertrauen und Verantwortung: Ihr innerer Konflikt beim Abseilen, der sich zwischen Kopf und Bauchgefühl entspinnt, wird erst durch das eigene Erlebnis zu einem Lernfall, in dem sich ein bewusster Umgang zwischen Wagnis und Risiko entwickelt. In diesem Beispiel verdeutlichen sich die Möglichkeiten erlebnispädagogischer Lernarrangements.

  • Was kann Erlebnispädagogik in der Ausbildung leistungsstarker Jugendlicher bewirken?

    Erlebnispädagogik bietet jungen Menschen die Möglichkeit einer intensiven und individuellen Lernerfahrung. Hier können sie ihre Ziele und ihr Handeln mitbestimmen: Bei unserem Beispiel "Klettern" könnten sie einen einfacheren Weg wählen, technische Hilfen in Anspruch nehmen oder weniger hoch klettern. Damit spricht die Erlebnispädagogik nicht das kopflastige Lernen, sondern eine selbst erlebte Situation an. Auch die Stärkung zwischenmenschlicher Beziehungen lässt sich an diesem Beispiel aufzeigen. Ist die Übung gut gegangen, habe ich das auch dem Vertrauen zu verdanken, das ich meinem sichernden Kollegen geben musste.

    Zur Integration von meist älteren, leistungsstarken jungen Menschen oder Studienabbrechern und Studienabbrecherinnen in ein Team von "Regel"-Azubis sind Erfahrungen der Erlebnispädagogik sehr wertvoll. Das Kennenlernen des jeweils anderen kann eine positive Gruppendynamik fördern, in der jede/-r einzelne mit seinen Stärken, Schwächen und Unsicherheiten seinen Platz hat.

    Prima! Also einfach klettern lassen? Nein, um Erlebnisse pädagogisch einsetzen zu können, müssen Sie die Zielsetzungen und Handlungssituationen genau planen. Wichtig ist einerseits, dass der Lernerfolg auch auf das Alltagsverhalten beispielsweise am Arbeitsplatz übertragen werden kann. Auch die Ernsthaftigkeit der Lernsituation spielt eine wesentliche Rolle: Ein Knoten, dem man beim Klettern sein Leben anvertraut, wird sorgfältiger geknüpft als ein Knoten, den man nur zur Übung im Klassenzimmer knüpft. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Freiwilligkeit der Lernerfahrung.

    Erfolgreiche Erlebnispädagogik bewegt sich zwischen der Anforderung nach Ernsthaftigkeit und der individuellen Grenze von Jugendlichen zur physischen oder psychischen Überforderung. Verweigern sich Teilnehmer/-innen einer Aufgabe, weil sie über- oder auch unterfordert sind, so kann die Erlebnispädagogik im schlimmsten Falle sogar kontraproduktiv sein.

    Passen Sie also bitte die Lernsituation an die individuellen Potenziale Ihrer Azubis an: Schaffen Sie Hilfestellungen, wo Hilfe notwendig ist; eröffnen Sie nach Bedarf Querausstiege aus Situationen, die von einzelnen nicht bewältigt werden. Sprechen Sie das Verhalten der Teilnehmer/-innen häufig an, um Brücken für die Übertragung der Lernsituation in das Alltags- und Ausbildungsverhalten zu schaffen.

    Denn schließlich soll sich hier die Erlebnispädagogik insbesondere auf die Schlüsselqualifikationen auswirken. Planen Sie als Lernziele Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstbewusstsein, Zuverlässigkeit, Problemlösungsfähigkeit, Teamfähigkeit, Ausdauer, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Umgang mit eigenen Gefühlen und denen anderer.

  • Wie kann ich vorgehen, wenn ich erlebnispädagogische Elemente in die Ausbildung integrieren möchte?

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    © Robert Przybysz / Fotolia

    Die Palette erlebnispädagogischer Inhalte ist vielfältig. Manche Experten und Expertinnen konzentrieren sich auf Naturerfahrungen nach dem Motto "Der Berg spricht für sich selbst." - Klettern, Abseilen, Rafting mit oder ohne Floßbau, Segeln oder Kanuwandern sind hier beliebte Elemente. Andere Ansätze nutzen städtische Kulturlandschaften wie Industriebrachen, Bergwerkstollen oder Kanalsysteme.

    Entscheidend für die Auswahl der Inhalte sind nicht nur punktgenaue pädagogische Zielebenen, sondern natürlich auch ganz pragmatische Überlegungen:

    • Welche Voraussetzungen sind räumlich machbar?
    • Wie viel Zeit inklusive Vor- und Nachbereitungszeit steht zur Verfügung?
    • Welche Ressourcen hinsichtlich Helfer/-innen, Geld, Material können eingesetzt werden?

    Hieraus ergeben sich eventuell auch kleinere Vorhaben mit Nähe zu gruppendynamischen Aufgabenstellungen oder zur Sozial- oder Abenteuerpädagogik, deren Grenzen zur Erlebnispädagogik nicht trennscharf festzulegen ist.

  • Wie sollte ich jetzt vorgehen?

    Überlegen Sie zunächst, was genau Sie erreichen wollen. Orientieren Sie sich dabei nicht an Wunschvorstellungen, sondern an pädagogischen Zielen:

    Welche Azubis sollen was erreichen oder besser machen? An welchen Stellen will ich die Gruppe enger zusammenbringen? Denken Sie hierbei an konkrete Alltagssituationen in Ihrem Betrieb: Welche Erlebnisse könnten hierzu passen? Denn letztlich dient die Erlebnispädagogik dazu, dass die Erfolge auch auf das "normale" Leben übertragbar sind.

    Wenn Sie wissen, was Sie wollen, verschaffen Sie sich einen Überblick über Zeit, Geld und Personal, das Ihnen für Ihre Idee zur Verfügung steht. Wenn Sie nicht selbst Erlebnispädagoge oder Erlebnispädagogin sind, holen Sie sich professionelle Unterstützung. Schildern Sie Ihre Ziele, fragen Sie nach, welche Umsetzungspotenziale durch den jeweiligen Anbieter möglich sind.

    Holen Sie sich verschiedene Angebote ein: Mittlerweile gibt es zahlreiche Unternehmen in dieser Branche. Gute Erlebnispädagogen und Erlebnispädagoginnen werden Ihnen auch nach der Maßnahme Unterstützung bei der Aufarbeitung der Erlebnisse anbieten. Vielleicht finden Sie ein gutes Unternehmen in Ihrer Nähe? Gut geplant, durchgeführt und nachbereitet wird ein erlebnispädagogisches Seminar zum unvergesslichen "Event" in der Ausbildung.

  • Hier finde ich Hilfe: Informationen, externe Unterstützungs- und Beratungsangebote

    Hier sind exemplarisch einige Adressen, damit Sie wissen, wonach Sie suchen müssen:

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