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Mobbing - Geflüchtete

  • Was heißt Mobbing eigentlich genau?

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    © VRD / Fotolia

    Als Mobbing wird das fortgesetzte und systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren eines Menschen bezeichnet – es handelt sich also um wiederkehrende Ereignisse. Mobbing hat oft den Zweck, eine bestimmte Person auszugrenzen, indem das soziale Ansehen des oder der Betroffenen zerstört wird.

    Das Wort leitet sich von dem englischen Verb "to mob" ab, was so viel bedeutet wie "jemanden anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen". Als Substantiv steht "Mob" für "Meute". Genau dieses Gefühl haben die meisten Mobbing-Opfer: von einer Meute gejagt zu werden. In der Tierwelt werden kollektive Angriffe gegen feindliche Tiere, aber auch gegen Tiere der eigenen Rasse, ebenfalls mit Mobbing bezeichnet. Ein "Gegner" soll vertrieben, verstoßen werden.

    Die Gefahr, dass Geflüchtete in der Ausbildung gemobbt werden, ist recht groß, wenn kulturelle oder politische Konflikte in der Ausbildungsgruppe entstehen und diese ignoriert, verharmlost und nicht früh genug aufgearbeitet werden (siehe dazu die Wissensbausteine "Willkommenskultur im Betrieb", "Interkulturelle Konflikte", "Negative Gruppendynamik"). Schon aufgrund ihrer vermeintlichen "Andersartigkeit" und anfänglichen Unsicherheiten im betrieblichen Umfeld kann die Gefahr für Flüchtlinge groß sein, Angriffsflächen für Mobbing zu bieten (etwa durch mangelnde Sprachkenntnisse, aggressives Verhalten, mangelnde Körperhygiene, unpassende Kleidung oder Versagensängste usw.)

    Erfahren Sie als Ausbilder oder Ausbilderin von Mobbing in Ihrem Verantwortungsbereich, dann sind Sie verpflichtet zu reagieren!

  • Wie findet Mobbing statt?

    Die meisten Fachleute betonen folgende Gesichtspunkte des Mobbings:

    • Mobbing bezieht sich auf ein systematisches und sich wiederholendes Verhaltensmuster und nicht auf eine einzelne Handlung.
    • Mobbing kann verbal (etwa Beschimpfung), nonverbal (z.B. Vorenthalten von Informationen) oder physisch (z.B. Verprügeln) erfolgen.
    • Die Machtverhältnisse sind ungleich verteilt (viele gegen einen).
    • Die Mobbing-Opfer haben Schwierigkeiten, sich zu verteidigen.
  • Wie erkenne ich Mobbing in meinem Betrieb?

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    © highwaystarz / Fotolia

    • Wenn sich Gruppen unter Ihren Azubis bilden, einzelne Azubis nicht an gemeinschaftlichen Aktionen teilnehmen, Sie das Gefühl haben, dass Einzelne isoliert werden, Dinge von Einzelnen zerstört werden, Witze immer über bestimmte Azubis gemacht werden usw., sollten Sie hellhörig werden.
    • Von Mobbing betroffene Auszubildende klagen über psychische und körperliche Beeinträchtigungen. Dies bleibt in der Regel nicht ohne Folgen auf ihr Arbeits- und Leistungsverhalten oder den Ausbildungserfolg.

    Eine spezielle Form des Mobbings ist das "Cybermobbing", also das Mobbing im Internet. Dieses passiert z.B. in Chats, Foren und per E-Mail, aber auch in sozialen Netzwerken wie Facebook, Messaging-Diensten wie Whatsapp und auf Videoplattformen wie Youtube, auch wenn die Betreiber dieser Seiten sich bemühen, gegen Mobbingattacken vorzugehen und Diffamierungen schnell zu löschen.

    Dabei gibt es verschiedene Formen, die diese spezielle Form des Mobbings annehmen kann. So können diffamierende Fotos oder Filme eingestellt und verbreitet werden. In sozialen Netzwerken werden Diskussionsgruppen gegründet, die allein der Lästerei über eine bestimmte Person dienen – sei es ein Mitauszubildender, eine Lehrerin oder ein anderer Internet-Nutzer. Ebenso ist es möglich, dass sich Täter unter der Identität des Opfers bei einem der Internet-Kommunikationsdienste anmelden und in dessen Namen Unwahrheiten verbreiten, da vonseiten der Anbieter keine Verifizierung der angegebenen Daten erfolgt. Beleidigungen und Bedrohungen können via E-Mail, Instant Messenger, Chat, Forum oder Gästebuch verschickt werden.

  • Was sind die Folgen von Mobbing?

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    © THANIT / Fotolia

    Laut "Mobbing-Report" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nennen Mobbing-Opfer vor allem folgende psychischen Auswirkungen:

    • Demotivation (71,9 Prozent)
    • starkes Misstrauen (67,9 Prozent)
    • Nervosität (60,9 Prozent)
    • sozialer Rückzug (58,9 Prozent)
    • Ohnmachtsgefühle (57,7 Prozent)
    • innere Kündigung (57,3 Prozent)
    • Leistungs- und Denkblockaden (57 Prozent)
    • Zweifel an den eigenen Fähigkeiten (54,3 Prozent)
    • Angstzustände (53,2 Prozent)
    • Konzentrationsschwächen (51,5 Prozent)

    Mobbing kann bei Auszubildenden auch körperliche Auswirkungen haben - beispielsweise ständige Weinkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe und Schlaflosigkeit.

  • Welche Motive für Mobbing in der Ausbildung können vorliegen?

    Die Motive für Mobbing sind sehr vielfältig. Auf der Täterseite reichen die Motive von Antipathie, Neid und Eifersucht über Rache, Frustableitung und Angst vor Statusverlust bis hin zur Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes oder Ausgrenzung des Mobbing-Opfers wegen Andersartigkeit. In vielen Fällen trägt auch das Mobbing-Opfer unfreiwillig seinen Teil bei durch zu geringes oder zu großes Selbstbewusstsein, geringe Sozialkompetenz oder die Neigung, sich leicht angegriffen zu fühlen. Auch das Äußern unerwünschter Kritik kann Mobbing auslösen.

    Die Verhältnisse im Ausbildungsbetrieb können Mobbing ebenfalls begünstigen: Unklare Zuständigkeiten, Mängel in der Kommunikations- und Informationsstruktur, ungerechte Arbeitsverteilung, Über- und Unterforderung, widersprüchliche Anweisungen, mangelnder Handlungsspielraum oder Kooperationszwänge können die Basis für Mobbing legen. Nach Berichten von Gewerkschaften und Wissenschaftlern verwenden einige Unternehmen Mobbing auch als Strategie: Wer einen Mitarbeiter zur Kündigung bewegen will, versucht mittels Mobbing den Kündigungsschutz und fällige Abfindungszahlungen bei Arbeitgeberkündigung zu umgehen.

    Mobbing löst einen Kreislauf aus. Zu Beginn des Mobbings steht meist ein Konflikt, der später zu Feindseligkeiten eskaliert. Das Mobbing-Opfer wird nervös und macht Fehler. Dadurch hat der Täter oder die Täterin wiederum neuen Anlass zum Mobbing. Es entsteht ein regelrechter Teufelskreis.

  • Was kann ich meinem hilfesuchenden Azubi raten?

    Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Azubi in Ihrer Gruppe gemobbt wird, suchen Sie eine Gelegenheit zum Gespräch, z.B. im Anschluss an ein Leistungs-Feedback oder die Bewertung einer Arbeitsaufgabe. Formulieren Sie Ihre Beobachtungen und fragen Sie bei der/dem Auszubildenden nach, ob Sie mit Ihren Vermutungen richtig liegen. Weisen auch die Äußerungen des/der Betroffenen auf Mobbing hin, geht es nicht darum Patentrezepte parat zu haben, sondern darum, mit dem Einverständnis Ihres Azubi den bestmöglichen Weg zur Klärung des Konflikts und zum Abstellen des Mobbings zu finden.

    Lassen Sie den oder die Ratsuchende zunächst die Gesamtsituation aus seiner oder ihrer Sicht schildern. Diese Schilderung ernst zu nehmen und Hilfe anzubieten, ist für den Betroffenen meist schon sehr hilfreich. Falls vonseiten Ihres Azubis deutlich Unterstützung gewünscht wird, können Sie Folgendes tun:

    • Nehmen Sie Kontakt mit dem/der ehrenamtlichen Betreuer/-in oder dem Vormund des geflüchteten Azubis auf und beziehen Sie diese Person in Ihre Maßnahmen ein.
    • Empfehlen Sie dem/der Auszubildenden, ein "Mobbing-Tagebuch" zu führen (mit Angaben über Zeitpunkt, Situationsbeschreibung, körperliches/seelisches Befinden, Zeugen/Beweismittel).
    • Geben Sie Hilfsadressen und Informationen über Mobbing weiter (siehe unten).

    Vereinbaren Sie am Ende des ersten Gesprächs ein Folgegespräch, in dem die weitere Vorgehensweise auf der Grundlage des Mobbing-Tagebuchs konkretisiert werden kann. Weiterhin können Sie Ihrem Azubi empfehlen, Tätern und Täterinnen Grenzen zu setzen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Ihr Azubi noch in der dazu notwendigen seelischen Verfassung ist.

    Experten raten deutlich, dass das Opfer Mobbern frühestmöglich ein klares "Stopp!" signalisiert. Ansonsten können sich Täter darin bestätigt fühlen, weiter mobben zu können. Ein solches Stopp-Signal wirkt in zwei Richtungen: Zum einen ändert es das Bewusstsein des oder der Betroffenen und ermöglicht ihm/ihr, sich nicht mehr als wehrloses Opfer zu fühlen. Zum anderen signalisiert eine solche Aktion den Mobbern das Ende des "leichten Spiels". Allerdings sollte dem Mobbingopfer klar sein, dass das erste Anzeichen einer Gegenwehr zu einer Veränderung der Situation führen kann, bei der eine Eskalation wahrscheinlich ist.

    Bei Mobbing am Arbeitsplatz signalisieren Sie als Vorgesetzte/-r, dass Mobbing im Betrieb nicht geduldet wird, und führen wenn möglich ein Konfliktgespräch mit den Beteiligten.

  • Was kann ich grundsätzlich gegen die Gefahr des Mobbings in meinem Betrieb unternehmen?

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    © bluedesign / Fotolia

    Als zentrale Maßnahme der Mobbingprävention gilt der Aufbau einer Organisations- und Führungskultur, die eine konstruktive Zusammenarbeit garantiert und in der jeder Einzelne von allen wertgeschätzt wird. Weitere Maßnahmen sind:

    • Aufklärung (Broschüren, Plakate, Diskussionen, …)
    • Installation einer betriebsinternen Infrastruktur gegen Mobbing am Arbeitsplatz (etwa Betriebsvereinbarung für Fairness am Arbeitsplatz)
    • systematische Sammlung von Daten über Mobbing im Betrieb
    • Beseitigung von betrieblichen Rollenkonflikten
  • Hier finde ich Hilfe: Beratungs- und Unterstützungsangebote

    und viele andere

Hier finden Sie einen interessanten Film zu (Cyber)Mobbing
Wissen Sie, ab wann man von (Cyber)mobbing sprechen kann und wie man damit umgeht, wenn so ein Fall in Ihrem Ausbildungsbetrieb auftritt?

Neben der filmischen Annäherung finden Sie über den Link weitere Informationen und Unterstützung, wie Sie (Cyber)Mobbing verhindern können.

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