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Vorbilder

  • Was sind Vorbilder?

    Soziale Integration im beruflichen Bereich ist ein entscheidender Faktor für die Integration in die Gesellschaft. Im Verhältnis zu Gleichaltrigen und Älteren, zu Gleichgestellten und Vorgesetzten, zu Männern und Frauen müssen junge Menschen ihren Platz suchen und sich sozial einordnen. Weil Ihre Auszubildenden in dieser Lebensphase oft noch unsicher und beeinflussbar sind, suchen sie nach Orientierungshilfen. Das können zum Beispiel Vorbilder sein, die sie schätzen und an denen sie sich messen, um im Leben wie im Beruf voranzukommen.

    Vorbilder sind Menschen, die wir bewundern, zu denen wir aufschauen. Deren Worte, Taten und Talente beflügeln und motivieren uns, deren Erfolge inspirieren uns zu höherer Leistungsbereitschaft. Das können Wissenschaftler sein wie der geniale Albert Einstein oder Heilige wie die barmherzige Mutter Teresa oder aber auch Idole wie der Computer-Visionär Bill Gates oder das Top-Model Heidi Klum.

    Vor allem junge Menschen suchen Orientierung und Sicherheit auch über Vorbilder, deren Leben und Handeln sie studieren, um herauszufinden, was sie daraus lernen können. Vorbilder müssen nicht berühmt sein. Es kann auch ein Nachbar sein, dessen technische Fertigkeiten verblüffen, oder eine Lehrerin, die man wegen ihres unbeirrbaren Gerechtigkeitssinns schätzt.

  • Haben alle Menschen Vorbilder?

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    © 103tnn/ Fotolia

    Nicht alle, aber doch sehr viele. Wir können davon ausgehen, dass es in allen Ländern und Kulturen der Welt Vorbilder gibt. Nicht nur global geteilte - beispielsweise international bekannte Sportlerinnen und Sportler oder Musikerinnen und Musiker -, sondern auch nur regional bekannte Vorbilder. Und Vorbilder gibt es in allen Altersklassen. Kinder zum Beispiel verehren Pippi Langstrumpf, weil sie so stark und unabhängig ist, Jugendliche wollen so perfekt Fußball spielen wie Lionel Messi oder so erfolgreich sein wie Popstar Beyoncé, und Erwachsene orientieren sich gern am Erfolg und am Charisma von Menschen, die vielleicht im selben Beruf Außerordentliches leisten und dafür bekannt geworden sind. Auch Ihre Auszubildenden mit Migrationshintergrund werden Vorbilder haben oder gehabt haben.

  • Wie lerne ich die Vorbilder meiner Azubis kennen?

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    © AYAimages/ Fotolia

    Indem Sie sich dafür interessieren. Fragen Sie Ihre Azubis, wen sie in ihrer Kindheit verehrt haben - und erzählen Sie ihnen, wer Ihre Vorbilder damals waren. Und fragen Sie weiter, wer heute ihre Vorbilder sind. Vielleicht werden Sie dabei Menschen kennenlernen, von denen Sie noch nie gehört haben: syrische Baumeister, türkische Musiker, indische Filmschauspieler, eritreische Radsportler oder südamerikanische Ärzte. Recherchieren Sie oder fragen sie nach, was diese Menschen geleistet haben, was sie ausmacht und was sie anziehend macht.

    Reden Sie darüber mit Ihren Auszubildenden, und Sie werden sehen, wie diese sich über Ihr Interesse und Ihr Wissen freuen. Und bei nächster Gelegenheit können Sie eine positive Eigenschaft des Vorbilds ansprechen, die Sie gerade bei dem vermissen, der ihm nacheifern will. Eine spielerische Methode, die garantiert ihren Zweck erfüllt und über die man sogar gemeinsam lachen kann.

  • Welche Vor- und Nachteile von Vorbildern gibt es?

    Positive Auswirkungen haben Vorbilder, wenn sie nicht blind vergöttert werden, sondern als eine Art Referenzmodell betrachtet werden, an dem man sich orientiert und misst. Denn von Menschen, mit denen wir uns identifizieren, lernen wir schnell und leicht. Selbst wenn wir sie ab und zu "kopieren", ist das nicht schlimm. "Nachahmen ist Entwickeln in eine vorbildliche Lebensrichtung", hat schon Albert Schweitzer gesagt, der als Urwaldarzt selbst vielen Vorbild geworden ist. Nachgeahmt wird oft unbewusst - wenn junge Leute sich beispielsweise so kleiden oder verhalten wie andere aus ihrer Bezugsgruppe.

    Problematisch kann der Umgang mit Vorbildern erst dann werden, wenn es zu einer übersteigerten Verehrung kommt - das wäre ein Zeichen für mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Falls Sie eine solche übersteigerte Verehrung erkennen, können Sie gegensteuern. Bauen Sie die betreffenden Azubis auf, indem Sie ihnen das Gefühl geben, dass sie geschätzt und geachtet werden.

  • Mit Vorbildern Lernwillen und Leistungsbereitschaft wecken

    Fragen Sie, ob es real oder aus Büchern und Filmen jemanden gibt, den er oder sie bewundert oder für beispielhaft hält. Was kann der, was man selbst gern können möchte? Und wie hat das Vorbild es geschafft, damit so faszinierend und als Vorbild akzeptiert zu werden? Über die Auswahl solcher Vorbilder können junge Menschen eigene Wünsche und Sehnsüchte entdecken und bestätigen - und damit auch ihre Lernziele in der Ausbildung. Bringen Sie gegebenenfalls selbst Vorbilder ins Spiel, Menschen, deren Talente auch Sie schätzen. Sie sollten allerdings darauf achten, dass diese Leitfiguren nicht gänzlich unerreichbar sind: Ideale Vorbilder können Ecken und Kanten haben und müssen, auch mit Fehlern und Schwächen, hart für ihren Erfolg gearbeitet haben. Mit solchen Vorbildern können sich Ihre Azubis am ehesten identifizieren, ohne gleich wieder aufzugeben.

  • Passen die Vorbilder überhaupt zum Beruf?

    Wenn Ihre Auszubildenden berühmte Filmstars oder Fußballspieler als Vorbilder haben, müssen Sie sich nicht sorgen, dass sie den falschen Beruf gewählt haben und auf einer Schauspielschule oder in einem Trainingslager besser aufgehoben wären als in Ihrem Betrieb. Jugendliche haben meist mehrere Vorbilder, die auch häufig wechseln. Vielleicht gefällt ihnen nur, wie Brad Pitt oder Angelina Jolie aussehen. Viele junge Leute sonnen sich gern im Glanz und im Ruhm ihrer Idole - Psychologen bezeichnen das als "symbolische Selbstergänzung". Das heißt nicht, dass Sie Ihre Azubis für den falschen Job ausbilden.

  • Kann ich auch als Ausbilder/-in eine Vorbildfunktion haben?

    Natürlich können auch Sie Vorbild für Ihre Auszubildenden sein - und Sie sind es wahrscheinlich schon. Wenn Sie zum Beispiel schon mal Azubis zu Höchstleistungen angespornt haben, die sie sich zuvor nie zugetraut hätten, werden sie das sicherlich nicht vergessen. Ausbilder/-innen sind die Fachkräfte, die Jugendliche erst werden wollen. Sie haben ein Ziel erreicht, das die Jugendlichen anstreben. Und so haben Sie bewusst oder unbewusst Einfluss auf Ihre Azubis.

    Sie sind unter Umständen Vorbild und Maßstab - nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Vielleicht wird auch Ihr Auftreten als vorbildlich wahrgenommen: als freundlich, respektvoll, kompetent, pünktlich, verbindlich und authentisch. All das wirkt erzieherisch. Denn Vorbilder sind gerade Menschen, die Jugendlichen das Gefühl vermitteln, dass sie Interesse an ihnen haben und dass sie sie verstehen wollen.

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