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Stoffgebundene Suchtmittel

  • Süchte, es gibt viele - Was sind stoffgebundene Suchtmittel?

    Stoffgebundene Suchtmittel

    © Skazka Grez / Fotolia

    Hier geht es um Sucht- oder Rauschmitteln, die als Substanzen existieren. Nichtstoffgebundene Suchtmittel sind beispielsweise Spiel- oder Arbeitssucht. Stoffgebundene Suchtmittel sind vielfältig und können nach „legal“ und „illegal“ unterschieden werden.

    • Legal sind z.B. Alkohol, Tabak, Koffein, Aufputschmittel, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Naturdrogen, Schnüffelstoffe.
    • Illegal sind beispielsweise Cannabis, LSD, Kokain, Crack, Speed, Heroin, Opiate, Ecstasy.
  • Welche Probleme verursachen solche Suchtmittel im Betrieb und in der Ausbildung?

    Allgemein wird sich die Persönlichkeit und die Leistungsfähigkeit Ihres Azubis verändern. Der Bedarf an Suchtmitteln steuert die Verhaltensweise. Bei legalen und anerkannten Suchtmitteln hängen Auffälligkeit und Konsequenzen stark von der Akzeptanz des Umfelds ab. Beispiel:

    • Rauchen ist bekanntlich gesundheitsschädigend und macht abhängig. Wenn Rauchen im Betrieb aber sozial akzeptiert ist, weil viele rauchen, entstehen daraus keine weiteren negativen Folgen für Ihren Azubi.
    • Wenn Ihr Azubi aber in der Pause oder am Arbeitsplatz Schnüffelstoffe einatmet, würden Kollegenkreis und Vorgesetzte dieses Verhalten nicht tolerieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

    Weiterhin entstehen Probleme, wenn Ihre Auszubildenden auf Ihrem Betriebsgelände mit illegalen Drogen umgehen. Es kann zur Strafverfolgung mit allen Folgen wie Durchsuchung, Zeugenvernehmung und Gerichtsterminen kommen. Im Falle einer Haftstrafe oder Untersuchungshaft wird die Ausbildung vorzeitig beendigt oder unterbrochen.

  • Wie Tabak wirkt, ist bekannt. Aber welche Folgen kann das Rauchen aus arbeitsrechtlicher Sicht haben?

    Rauchen führt zu Arbeitsunterbrechungen. Der Betrieb kann diese Unterbrechungen tolerieren oder als Pause erfassen. Wenn am Arbeitsplatz Rauchen verboten ist, gehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter normalerweise nicht allein in eine Raucherpause, und die Raucherpause wird länger, je mehr Kolleginnen und Kollegen mitgehen. Die bezahlten Pausen verursachen wirtschaftlichen Schaden. Indirekt sind außerdem nichtrauchende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benachteiligt, da eine vergleichbare „Nichtraucher-Pause“ nicht akzeptiert wird.

  • Welche Folgen kann der Konsum von Aufputschmitteln für Ihren Azubi haben?

    Wenn Ihr Azubi Aufputschmittel nimmt, scheint die Leistungsfähigkeit zu steigen. Das Schlafbedürfnis sinkt, Blutdruck und Herzschlag steigen, Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit scheinen stark erhöht. Später fällt die Leistungsfähigkeit allerdings ab, und es können depressive Zustände, Wahnvorstellungen und Verfolgungsängste eintreten.

    Aus Ihrer Sicht ist damit die gebrachte Leistung nicht verwertbar, denn Ihr Azubi kann nicht zuverlässig eingeplant werden und muss eventuell in ärztliche Behandlung.

  • Wie wirken Beruhigungsmittel und warum nimmt Ihr Azubi sie?

    Beruhigungsmittel wirken entspannend auf Gehirnbereiche, die für Emotionen zuständig sind. Alles wird leichter, alles wird einfacher, Probleme erscheinen nicht mehr so bedeutend. Auszubildende mit  Versagensängsten oder Prüfungsstress werden dadurch „cooler“. Es entsteht schnell eine seelische und möglicherweise auch körperliche Abhängigkeit.

    Neben der Gefahr der Abhängigkeit führt die Wirkung auch zu leichtfertigem Umgang mit Maschinen und Fahrzeugen nach dem Motto: „Mir kann ja nichts passieren“.

  • Was sind Naturdrogen und wie wirken sie?

    Naturdrogen sind beispielsweise Fliegenpilze, Mutterkorn oder Tollkirschen. Sie werden in kleinen Mengen aufgenommen und verursachen neben Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Schwindel auch Euphorie und lebhafte Halluzinationen. Naturdrogen verändern Raum- und Zeitvorstellung, Sprache, Denken und das Gefühl für Dimensionen. Bei Überdosierung folgen Muskelkrämpfe, Verwirrtheit, quälende Mundtrockenheit, Herzrasen bis hin zu Atemstillstand und Tod.

    Da Naturdrogen überwiegend nicht illegal sind, werden sie von Jugendlichen als risikoarme Alternative zu Drogen wie Cannabis konsumiert. Die Straffreiheit lässt die Konsumentinnen und Konsumenten gerne glauben, dass die Einnahme eigentlich harmlos sei.

  • Was sind Schnüffelstoffe und wie wirken sie?

    Bei Schnüffelstoffen handelt es sich um industrielle Lösungsmittel, die mittels Plastiktüte beziehungsweise Stofftaschentuch eingeatmet werden. Die angestrebten Wirkungen treten in der Regel schnell ein und führen zu einer veränderten Wirklichkeitswahrnehmung, Allmachtsgefühlen und Traumerlebnissen, allerdings auch zu Angstträumen, die als wahr empfunden werden. Man fühlt sich leicht und sorglos. Die körperlichen Begleiterscheinungen  können Erbrechen, Husten, Nasenbluten, Herzrhythmusstörungen und der Ausfall des Atemzentrums im Gehirn sein.

    Übrigens: In Betrieben wird ein Unfall mit Lösungsmitteln als schwerer Störfall behandelt.

  • Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um vorzubeugen?

    Hier müssen Sie trennen zwischen tolerierten und nicht akzeptierten stoffgebundenen Suchtmitteln. Es wird Ihnen kaum gelingen, den aufputschenden Kaffeekonsum oder das Rauchen zu unterbinden. Ähnlich schwierig ist es, Alkohol komplett aus dem Ausbildungs- und Betriebsgeschehen zu verbannen - dies scheitert oft an Ereignissen wie Betriebsfesten oder Zeugnisübergabefeiern oder auch einfach an Traditionen.

    Sie sollten sich darum auf die problematischen Bereiche konzentrieren, die Ihre Auszubildenden direkt betreffen.

    Zeigen Sie null Toleranz gegenüber Drogen, Alkohol am Arbeitsplatz oder Medikamentenmissbrauch. Bestehen Sie auf der Erfüllung des Ausbildungsvertrags und verlangen Sie die Einhaltung der Betriebsordnung. Bieten Sie Hilfe zur Selbsthilfe an, indem Sie über Beratungs- und Hilfsangebote informieren.

  • Welche vorbeugenden Maßnahmen kann ich als Ausbilder/Ausbilderin weiterhin ergreifen?

    Stoffgebundene Suchtmittel 3

    © L.Klauser / Fotolia

    • Suchtmittelmissbrauch thematisieren
    • Aufklärung von Ausbildungspersonal und Auszubildenden
    • Erstellung eines Maßnahmenplans über den Umgang mit Suchtmittelkonsumenten und -konsumentinnen
  • Hier finde ich Hilfe: Beratungs- und Unterstützungsangebote

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