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Fachsprache lernen

  • Wie lernen Azubis unsere Berufs- und Fachsprache?

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    Die Kenntnis der beruflichen Fachsprache ist nicht nur eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung, sondern auch für die berufliche Kommunikation im Betrieb. Fachsprache wird definiert als eine für eine bestimmte Branche geltende Sprache, die ihr eigenes Fachvokabular mit Fachbegriffen und Fachtermini hat. Aber sie baut natürlich auf der Gemeinsprache auf und steht mit ihr in einer Wechselbeziehung.

    Experten schätzen, dass es allein im Deutschen mehrere Hundert dieser Fachsprachen gibt - zum Beispiel Wissenschafts-, Technik- oder Berufssprachen. Allein die Medizin-Fachsprache hat einen Wortschatz von rund 500.000 Fachbegriffen (davon mindestens 60 000 für Krankheiten). Wenn Ihre Azubis schon einigermaßen gut Deutsch sprechen, werden sie aus ihrer alltäglichen Praxis bereits gängige Fachbegriffe kennen und beispielsweise ein Werkzeug oder einen technischen Vorgang richtig benennen können.

    Falls Ihre zugewanderten Auszubildenden noch nicht an einem der zahlreichen berufsbezogenen Sprachkurse teilgenommen haben, wie sie der Europäische Sozialfonds (ESF) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) anbieten, sollten Sie ihnen helfen, sich dafür anzumelden. Hier können Ihre Azubis nicht nur ihr allgemeines Sprachniveau heben, sondern sich in speziellen berufsorientierten Unterrichtseinheiten auch fachlich weiterqualifizieren. Diese berufsbezogene Deutschsprachförderung setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen und lässt sich - auf jeden Azubi zugeschnitten - nach dem Baukastenprinzip individuell kombinieren.

    Eine Liste der örtlichen Veranstalter der Kurse im ESF-BAMF-Programm können Sie auf der Website des BAMF herunterladen. Weitere Informationen zur Sprachförderung Ihrer Azubis gibt es im Wissensbaustein "Sprachkurse".

  • Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen

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    © DOC RABE Media/ Fotolia

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit seinem Förderprogramm "JOBSTARTER plus" besonders kleine und mittlere Unternehmen bei der dualen Berufsausbildung von zugewanderten Flüchtlingen, aber auch von lernbeeinträchtigten oder sozial benachteiligten Jugendlichen mit oder ohne Migrationshintergrund.

    "JOBSTARTER plus"-Projekte sorgen regional für die Unterstützung von Ausbildungsbetrieben durch ein externes Ausbildungsmanagement (EXAM). EXAM-Dienstleistungen sind zum Beispiel ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) oder Assistierte Ausbildungen (AsA). In deren Rahmen können auch fachpraktische und fachtheoretische Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erlernt werden, um den berufstheoretischen Anforderungen gerecht zu werden. Ob solche Angebote für Ihre Azubis infrage kommen, klären Sie am besten mit den zuständigen JOBSTARTER-Ansprechpartnern und -Ansprechpartnerinnen und JOBSTARTER-Regionalbüros.

  • Was leisten die Berufsschulen?

    Ohne ausreichende Sprachkenntnisse des Deutschen sind qualifizierte Schulabschlüsse nicht zu erreichen. Deshalb spielt bei der Unterrichtung junger Zuwanderer/-innen, die jetzt ausgebildet werden, die Bildungs- oder Schulsprache eine zentrale Rolle - noch vor der Vermittlung der Fachsprache. Damit sind die besonderen sprachlichen Formen gemeint, wie sie vor allem in Texten zu finden sind. Bildungssprache wird etwa benötigt, wenn wir anderen etwas erklären oder andere mit Argumenten überzeugen wollen.

    Bei der Sprachförderung in der Berufssprache geht es nicht allein um die Vermittlung von Fachvokabular. Erforderlich ist eine weitreichende sprachliche Auseinandersetzung, die eng verbunden ist mit den fachlichen Inhalten des Unterrichts. So lässt sich zum Beispiel die deutsche Sprachkompetenz der Schüler/-innen eher verbessern, wenn berufliche Handlungssituationen einbezogen werden. Wird Sprachvermittlung mit beruflichen Inhalten verbunden, motiviert das die Schüler/-innen wegen des stärkeren Praxisbezugs noch mehr, Deutsch zu lernen.

    Diese sogenannte integrierte Sprachförderung im Fachunterricht erfordert eine neue Didaktik, um zu einer sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung zu kommen. Die Förderung der Berufssprache Deutsch ist nicht mehr auf den Deutschunterricht beschränkt, sondern eine interdisziplinäre und fächerübergreifende Aufgabe der Berufsschule. Wissenschaftler/-innen haben dazu Konzepte, Unterrichtsmaterialien und Handreichungen für die Lehrkräfte entwickelt. Mit deren Hilfe sind sie in der Lage, den zugewanderten Schülern und Schülerinnen Erfolgserlebnisse zu verschaffen, die sie motivieren und nicht frustrieren. Eine entsprechende Qualifizierung von Berufsschullehrern und -lehrerinnen erfolgt in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

    Als Ausbilder/-in halten Sie ohnehin Kontakt zu den Lehrern und Lehrerinnen der Berufsschule, die Ihre Azubis besuchen. Fragen Sie die Lehrkräfte einfach mal, wie sie didaktisch vorgehen, um die sprachlich noch eingeschränkten Schüler/-innen "mitzunehmen" - und was Sie und Ihr Betrieb tun können, um die Lehrer/-innen zu unterstützen.

  • Wie können Betriebe dazu beitragen, Azubis an die Fachsprache heranzuführen?

    Am Arbeitsplatz - gleich in welcher Branche - wird mit Vorgesetzten, Kollegen und Kolleginnen, Kunden und Kundinnen vor allem auch fachlich kommuniziert. Arbeitsanweisungen, Vorschriften oder Sicherheitshinweise müssen problemlos verstanden werden. Das alles kann selbstverständlich auch in der Praxis trainiert werden.

    Werben Sie unter Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen um Sprachmentoren und -mentorinnen oder Sprachpaten und -patinnen, die bei Verständigungsschwierigkeiten jederzeit ansprechbar sind. Am besten sind dafür etwas ältere Kollegen und Kolleginnen geeignet, die aus dem gleichen Kultur- und Sprachraum kommen (im besten Fall mit derselben Erstsprache). Sie haben oft bereits hinter sich, was Ihren Azubis noch bevorsteht.

    Legen Sie eine Sammelmappe an, in der zum Beispiel Werkzeuge, technische Vorgänge, Arbeitsmaterialien oder Arbeitsschritte abgebildet und mit den entsprechenden Fachbegriffen versehen sind. Diese Mappe wird offen ausgelegt, damit Ihre Azubis jederzeit nachschlagen können. Werkzeuge oder Maschinen können Sie gut lesbar auf kleinen Klebestreifen beschriften.

    Überprüfen Sie Ihre sicherheitsrelevanten Betriebsanweisungen auf leichte Verständlichkeit. Aus der Anweisung "Bei Ausbruch eines Brandes ist unverzüglich der Sammelplatz aufzusuchen" machen sie einfach: "Wenn es brennt: Gehen Sie sofort zum Sammelplatz!". Das verstehen dann auch die deutschen Kollegen und Kolleginnen sofort.

    Sensibilisieren Sie die Belegschaft für die integrierte Sprachförderung, die nicht nur eine alltagssprachliche, sondern auch eine arbeitssprachliche Kommunikation möglich machen soll. Mitarbeiter/-innen sollen nicht nur in der alltäglichen Kommunikation, sondern vor allem im fachlichen Gespräch mit Ihren zugewanderten Azubis langsam und deutlich reden, einfache und vollständige Sätze formulieren sowie auf ihren Dialekt möglichst verzichten. Gegebenenfalls muss ein längerer Satz auch mal wiederholt werden. Zeitliche Abfolgen bei der Erklärung von Aufgaben sollten klar herausgestellt werden (zum Beispiel mit "zuerst ..., dann ...") und lassen sich mit Gesten sinnvoll unterstützen.

  • Berufsbezogene Deutschkurse in der Firma

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    © Daniel Ernst/ Fotolia

    Mit innerbetrieblichen Sprachlernangeboten im Einzeltraining oder in Kleingruppen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Azubis gezielt auf die sprachlichen Anforderungen vorzubereiten - am Arbeitsplatz, in der Kommunikation mit Kollegen und Kolleginnen oder mit Kunden und Kundinnen. Vorher sollten Sie allerdings klären, was konkret damit erreicht werden soll, um Dauer, Umfang und Ausgestaltung dieser Angebote passgenau festlegen zu können. Geben Sie potenziellen Kursanbietern die Möglichkeit, sich Ihren Betrieb und die Arbeitsplätze Ihrer Azubis anzusehen. Stellen Sie gegebenenfalls entsprechende Materialien zur Verfügung. Fragen Sie im Gegenzug nach der Qualifikation der Lehrkräfte und ob in einem Abschlussgespräch der Erfolg des Kurses evaluiert werden kann.

    Beratung und Unterstützung bei der Planung und Umsetzung solcher innerbetrieblicher Weiterbildungsangebote bekommen Sie von der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Netzwerk "Integration durch Qualifizierung" (IQ). Hier erhalten Sie auch Informationen über Förderprogramme und Finanzhilfen des Bundes, der Länder und der EU.

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