"Lernfähiger als klassische Azubis"

Auf einen Blick

Auf einen Blick
Unternehmen: Schreinerei Benker, Grünstadt
Mitarbeiter: 5


Praxisbeispiel

Tischlermeister Bodo Benker produziert in seiner Schreinerei vor allem Möbel, Fenster und Türen sowie Vordächer oder Überdachungen für Terrassen. Und er stellt einzigartige Weinständer aus Massivholz her, deren Design er durch Geschmacksmuster rechtlich schützen ließ - seine Ständer, die nach individuellen Wünschen gefertigt werden, sind gefragt im pfälzischen Weinbaugebiet rund um die 13.000 - Einwohner - Kommune Grünstadt im Landkreis Bad Dürkheim.

Im Frühjahr 2016 wurde Bodo Benker, Mitglied im Luftfahrtverein für Grünstadt und Umgebung e. V., von Vereinskamerad Max Schuhmann angesprochen. Der hatte gerade sein Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität Kaiserslautern abgebrochen und suchte einen Job. Wie Schuhmann gehen Jahr für Jahr Zehntausende vorzeitig von den Hochschulen ab und orientieren sich beruflich neu. "Der Diplomstudiengang war mir viel zu theorielastig", sagt der heute 29-Jährige, "praktisch zu arbeiten liegt mir einfach mehr." Ein Argument, das übrigens für die meisten Studienabbrecher gilt. "Es gibt zu wenig Orientierung", sagt Max Schuhmann, "Gymnasien bereiten viel zu wenig auf das Studium vor."

Der Tischlermeister war zunächst skeptisch: "Natürlich hatte ich Bedenken - ich dachte, dass ein einfacher Handwerksberuf eine Unterforderung ist für jemanden, der bereits studiert hat." Aber er verließ sich auf sein Gefühl und die langjährige Bekanntschaft und bot Schuhmann erst mal ein Praktikum an, damit man sich in der beruflichen Praxis unverbindlich kennenlernen konnte. Und weil das ohne Probleme verlief, durfte der Ex-Student im Juli 2016 seine Ausbildung zum Tischler beginnen. Sein Hintergrundwissen aus dem Studium komme ihm dabei sehr zugute, sagt Max Schuhmann, "zum Beispiel meine Kenntnisse im technischen Zeichnen".

Meister Benker hat seine Entscheidung nicht bereuen müssen, im Gegenteil: "Ich habe gemerkt, dass durch seine entsprechende Vorbildung eine viel bessere Aufnahme- und schnellere Lernfähigkeit vorhanden ist - er ist einfach reifer als ein klassischer Azubis mit 16 oder 17 Jahren." Bei ihm reiche es, Dinge einmal zu erklären, die er sonst mehrfach wiederholen müsse. Und auch Azubi Schuhmann hat bislang noch nicht an seiner beruflichen Neuorientierung gezweifelt. Wenn er nach der Ausbildung übernommen wird – und da spricht im Moment nichts dagegen -, will er seinen Meister machen und vielleicht sogar noch mal studieren.

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